Väterkarenz
"Von der Väterkarenz profitieren die Männer und die Unternehmen"
Die Frauenministerin startet gemeinsam mit dem Sozialministerium und den Sozialpartnern eine Informationsoffensive in der Wirtschaft für Väterkarenz
"Eigentlich sollte es heute eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich beide Elternteile eine gewisse Zeit um ihre Kinder kümmern", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute bei der Präsentation der Informationsoffensive für mehr Väterkarenz in der Wirtschaft im Wiener Ringturm. "Zwei Drittel der Väter wollen das auch, das zeigen die Umfragen, tun es dann aus verschiedenen Gründen aber doch nicht." Nur knapp fünf Prozent der jungen Väter nutzen die Gelegenheit zur Väterkarenz.
Ein Argument, nämlich im Karenzfall zuwenig Geld für die Familie zur Verfügung zu haben, sei bereits durch die Einführung des einkommensabhängigen Kindergeldes weggefallen, betonte die Ministerin. Aber in den Unternehmen sei es noch immer nicht selbstverständlich geworden, dass Männer in Karenz gingen. "Viele werden noch als Exoten angesehen, viele fürchten einen Karriereknick und haben Angst, nicht mehr auf ihren angestammten Arbeitsplatz zurückkehren zu können", so Heinisch-Hosek, die von einem jungen Vater aus dem Bankenbereich berichtete, der zwar gern die Karenzzeit in Anspruch genommen hätte, aber fürchtete seine Großkunden zu verlieren.
In dieser Situation sei es umso wichtiger, den österreichischen Unternehmen die Väterkarenz "schmackhaft" zu machen, denn es könne eine Win-Win-Situation für Väter und für die Betriebe entstehen. "Die Väter gewinnen Kompetenz im Umgang mit den Kindern und erweitern ihren Horizont, die Unternehmen gewinnen hochmotivierte Mitarbeiter, die nach der Karenz neue Perspektiven und Managementfähigkeiten mitbringen", so die Frauenministerin.
"Mit der neuen Informations-Offensive für die Wirtschaft wollen wir gemeinsam - Frauenministerium, Sozialministerium, ÖGB, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Landwirtschaftskammer und Industriellenvereinigung - die Unternehmen gezielt ansprechen", sagte Heinisch-Hosek. Es gehe nun darum, Bewusstsein in den Betrieben zu schaffen und gemeinsam mit der Wirtschaft eine neue Unternehmenskultur zu entwickeln, die Männer motiviert, eine Väterkarenz in Anspruch zu nehmen.
Minister Rudolf Hundstorfer betonte, dass das Sozialministerium die Kampagne massiv unterstützen werde. "Wir müssen signalisieren, dass von der partnerschaftlichen Kinderbetreuung sowohl die Eltern als auch der Betrieb wie auch das Kind profitieren können." Auch die anwesenden Sozialpartner unterstrichen die Wichtigkeit der Informationsoffensive für die gesellschaftliche Zukunft.
Das abz*austria wurde damit beauftragt, in den kommenden Monaten in allen Bundesländern Veranstaltungen, vor allem für Personalistinnen und Personalisten in Klein- und Mittelbetrieben, anzubieten. Unterstützend zu den Workshops für Betriebe sind auch drei Diskurs-Cafés zur überbetrieblichen regionalen Vernetzung geplant, in denen über das Thema Väterkarenz diskutiert werde.





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