Der Charakter ruht auf der Persönlichkeit, nicht auf den Talenten. Johann Wolfgang von Goethe




Familienoffensive

[mehr]17. April 2013

Wahlfreiheit für Familien

Der Vorstoß von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) im Standard, für alle Väter einen Monat Pflichtkarenz anzudenken, entfacht beim Koalitionspartner ÖVP keinerlei Begeisterung.

„Damit tut man niemandem etwas Gutes - weder den zwangsverpflichteten Vätern noch den auf diese Weise zur Betreuung überlassenen Kindern." sagt WK-Präsident Christoph Leitl. Doch auch ÖVP-Familienstaatssekretärin Verena Remler kann dem Ansinnen der SPÖ-Ministerin kaum etwas abgewinnen. Sie pocht auf "Wahlfreiheit - die Familien sollen selber entscheiden können, wie sie das handhaben möchten."
Für gesellschaftliche Veränderungen braucht es Bewusstseins-bildung und Motivationsmodelle, aber sicher keinen Zwang, ist Leitl überzeugt.
Seit Jahresbeginn dürfen öffentlich Bedienstete bei Geburt eines Kindes einen unbezahlten Papa-Monat nehmen. Heinisch-Hosek hofft nach einem Jahr Erfahrung auf eine Ausweitung des neuen Beamtenmodells: "Ich hätte jedenfalls gern eine Diskussion über einen Pflichtmonat für alle Väter."
Hintergrund: Im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern, wo mittlerweile mehr als 70 Prozent einen Vaterschaftsurlaub antreten, sind hierzulande bloß 4,5 Prozent der Kindergeld-BezieherInnen männlich. In Schweden etwa, wo jeder Elternteil einen persönlichen, nichtübertragbaren Anspruch auf zwei Monate bezahlten Elternurlaub hat, konsumierten 2009 die Väter bereits 23 Prozent aller Karenz-Tage.
Auch die Grünen kritisieren Heinisch-Hoseks. Sie halten Zwangsverpflichtungen ebenfalls für "problematisch“
Vielleicht gibt es bei fotolia ein Foto mit papa!