Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge. Marcus Tullius Cicero




Familienoffensive

[mehr]17. April 2013

Forderungen der Katholischen Frauenbewegung zum Internationalen Frauentag:

100 Jahre Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag geht auf die Arbeiterinnenbewegung von Mitte des 19. bis zum 20. Jahrhundert
zurück. Erste entscheidende Momente sind Demonstrationen und Streiks von Textilarbeiterinnen in den USA seit 1858, die gegen unmenschliche
Arbeitsbedingungen und für gleichen Lohn kämpfen. 1909 bezahlen 129 Näherinnen diesen Kampf mit ihrem Leben!
1910: In Kopenhagen beschließt die II. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz, an der mehr als 100
Delegierte aus 17 Ländern teilnehmen, auf Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin, die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages.
1911: Der 1. Internationale Frauentag findet am 19. März in Dänemark, Deutschland, Österreich, der
Schweiz und den USA statt. Die Forderung ist das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Mehr als eine
Million Frauen gehen auf die Straße, eine bis dahin beispiellose Massenbewegung.
1917: Am 8. März demonstrieren Frauen anlässlich des Internationalen Frauentags in St. Petersburg. In
Textilfabriken streiken Arbeiterinnen und fordern andere auf, sich anzuschließen. Am 12. März mündet diese Unzufriedenheit in einen Aufstand – die Februarrevolution.
1921: Zur Ehre der Rolle der Frauen in der Februarrevolution wird auf der 2. Internationalen Konferenz
kommunistischer Frauen in Moskau der 8. März als Internationaler Gedenktag eingeführt.
1922: Der Internationale Frauentag wird erstmals in verschiedenen Ländern einheitlich begangen.
2011: Es geht um die Verwirklichung der Chancengleichheit, um gleichberechtigte Teilhabe von Frauen
im Erwerbsleben und an politischen Entscheidungsprozessen und gesellschaftlichen Ressourcen. In
Österreich verdienen Frauen noch immer bis zu 30% weniger als Männer. Viele von ihnen bemühen sich
täglich um eine Balance zwischen Familie und Beruf. Und viele Frauen wollen einen beruflichen Aufstieg wie ihre männlichen Kollegen.
Wir fordern heute:
Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit
Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich
Eindämmung von Niedriglöhnen und prekärer Beschäftigung – gesetzlicher Mindestlohn
Eigenständige Existenzsicherung für Frauen und sichere Pensionen
Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben
Chancengleichheit für Migrantinnen
Umfassende Maßnahmen gegen jede Form der Gewalt an Frauen und Mädchen
Gerechte Verteilung von Rechten und Pflichten
Abschied von traditionellen Rollenbildern
Wir kfb-Frauen fordern heute:
Noch immer leben Männer und Frauen in zwei verschiedenen Welten: Gleiche Arbeit wird unterschiedlich entlohnt, Entscheidungsträger sind größtenteils Männer, Frauen sind noch immer Opfer männlicher Gewalt, und Mutterschaft ist auch in der Steiermark noch immer eine Armutsfalle.
In der Kirche wird die Stellung der Frau von vielen als „doppelt diskriminierend“ empfunden. Ingrid Gady, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Steiermark, fordert daher die Predigterlaubnis für Theologinnen, die ja dieselbe Ausbildung wie ein geweihter Priester besäßen. Weiters fordert sie die Zulassung von Frauen zur Diakonatsweihe und mehr Frauen in kirchlichen Leitungspositionen.

Auf in die nächsten 100 Jahre!!!!

"Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen.
Sie bekommen nichts!"
(Simone de Bouvoir)