Qualitätsorientierte Gesundheitsversorgung ist das zentrale Thema
Im Mittelpunkt jeder qualitätsorientierten Gesundheitsversorgung steht die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Unerwünschte Ereignisse, die das ungewollte Ergebnis einer Behandlung sind, gefährden die PatientInnensicherheit. Deshalb wurde bei der diesjährigen Konferenz der Gesundheitsplattform Steiermark eine neue Initiative vorgestellt, die Qualitätskontrolle und Fehlervermeidung in der medizinischen Behandlung zum Ziel hat. Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Steirischen Qualitätspreis Gesundheit – SALUS.
Im Rahmen der Vernetzungskonferenz der PlattformQ zum Thema „PatientInnensicherheit: Melden – Lernen – Umsetzen“ wurde eine neue Initiative zur Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen vorgestellt: Die „Initiative PatientInnensicherheit Steiermark“ unterstützt und vernetzt Krankenhäuser und Gesundheitsdiensteanbieter beim Lernen aus Meldungen über unerwünschte und kritische Ereignisse in der PatientInnenbehandlung. Denn aus internationalen Erhebungen weiß man, dass bis zu 10 Prozent der PatientInnen während dem Spitalsaufenthalt und im ambulanten Versorgungsbereich Opfer eines Zwischenfalls werden. Obwohl die Daten darauf hinweisen, dass die Mehrzahl dieser Zwischenfälle ohne bleibende Konsequenzen bleibt, ist bei rund einem Prozent der PatientInnen mit relevanten Schäden zu rechnen.
Fehlermanagementsysteme (Learning & Reporting Systeme) werden bereits von vielen Einrichtungen genützt. Das Ziel ist, diese Systeme flächendeckend in der Steiermark in allen Gesundheitseinrichtungen einzuführen. Die neue Initiative wird steiermarkweit so zusammenarbeiten, dass daraus gemeinsames Lernen und Entwickeln möglich werden. Außerdem erfasst die Initiative über ihre Mitglieder relevante Probleme an den Schnittstellen in der PatientInnenbetreuung. Diese werden von der Qualitätssicherungskommission der Gesundheitsplattform Steiermark systematisch bearbeitet. Dabei haben die Mitglieder der Initiative die Möglichkeit, Best-Practice-Beispiele auszutauschen und zur Verfügung zu stellen.
Gesundheitslandesrätin und Vorsitzende der Gesundheitsplattform Kristina Edlinger-Ploder begrüßt diese neue Initiative, in der ein voneinander Lernen ermöglicht wird, „denn nur durch Nutzung von Synergien und Austausch von Wissen und Erfahrung kann eine qualitätsvolle Gesundheitsversorgung für steirische Patientinnen und Patienten nachhaltig sichergestellt werden.“
Für den Obmann der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse, Josef Pesserl, ist diese neue Initiative ein weiterer Schritt zu „einer signifikanten Qualitätsverbesserung für die Patientinnen und Patienten. Letztlich geht es ja darum, den Menschen gerade dann Sicherheit und Vertrauen zu geben, wenn sie es am dringendsten brauchen – nämlich im Krankheitsfall“, betont Pesserl.
SALUS - Steirischer Qualitätspreis Gesundheit verliehen
Der Höhepunkt war die Verleihung des „SALUS – Steirischer Qualitätspreis Gesundheit“. Dieser Preis wurde – heuer zum dritten Mal – als Signal für das Bemühen um mehr Qualität im Gesundheitswesen und als Zeichen der Wertschätzung für engagierte Projekte vergeben. Die Finalisten von insgesamt 12 eingereichten Projekten für 2011 sind:
- Joanneum Research und Verein für Qualität in der Geriatrie und Gerontologie mit dem Projekt „Benchmarking in der Geriatrie“
- Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz mit dem Projekt „Aufbau eines nachhaltigen Qualitätsmanagementssystems in Form der ersten europäischen ‚Vernetzten Verbundzertifizierung‘ nach KTQ®“
- LKH Univ.-Klinikum Graz mit dem Projekt „Interdisziplinäres Netzwerk ‚Brustzentrum Graz‘ – Teil des onkologischen Referenzzentrums“
Im Vorfeld stellten sich diese drei der PlattformQ, die in einem Hearing den Sieger ermittelte. Über den Preis, gestaltet von KünstlerInnen der „Kreativgruppe RandKunst Söding“, in der seit 2003 Menschen mit geistiger Behinderung im Mal- und Kunstatelier arbeiten, freuen sich die Gewinner Joanneum Research und Verein für Qualität in der Geriatrie und Gerontologie mit dem Projekt „Benchmarking in der Geriatrie“.
Das Projekt von:
Joanneum Research und Verein für Qualität in der Geriatrie und Gerontologie :
Um den Auf- und Ausbau von geriatrischen Einrichtungen in Österreich mit einem Qualitätssicherungsinstrument zu hinterlegen, wurde von führenden Geriaterinnen und Geriatern, dem Institut für Biomedizin und Gesundheitsmanagement der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH und dem Verein für Qualität in der Geriatrie und Gerontologie (QiGG) ein internetbasiertes Informationssystem, das Benchmarkingsystem, entwickelt. Ziel der AG/Rs ist es, ältere Menschen, die nach einem Akutereignis (wie z. B. einem Treppensturz mit Schenkelhalsfraktur oder einer Pneumonie) einen Krankenhausaufenthalt benötigen, möglichst effektiv geriatrietypisch zu behandeln, zu remobilisieren und mit funktioneller Wiederherstellung ins häusliche Umfeld zu reintegrieren. Mit dem Benchmarkingsystem ist es gelungen, ein akzeptiertes Instrument zu schaffen, welches die Betreuungsergebnisse in der Geriatrie überprüfbar und ideale Behandlungswege ableitbar macht. Aktuell erfolgt – analog zum bereits existierenden Modul für die vollstationäre Betreuung - die Weiterentwicklung um ein Modul für geriatrische Tageskliniken und um ein Schmerzdokumentationsinstrument.





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