Huainigg/Schittenhelm: Körpergröße soll kein Hindernis mehr für Polizistinnen sein
ÖVP-Abgeordnete sehen Motivation und Eignung als wahre Größe
"Wir freuen uns, dass nach unserem Aufzeigen der Diskriminierung von Frauen bei der Aufnahme in den Polizeidienst Bundesministerin Heinisch-Hosek nun aktiv wird und die Kriterien zur Aufnahme von Frauen in den Polizeidienst ändern will", erklären ÖVP-Frauensprecherin Abg. Dorothea Schittenhelm und ÖVP-Behindertensprecher Abg. Dr. Franz Joseph Huainigg, die überzeugt sind: "Die wahre Größe von Bewerberinnen liegt nicht in der Körpergröße, sondern in der Kompetenz und Motivation der Bewerberinnen!"
Beide hoffen, dass durch die Neuregelung mehr Frauen in den
Polizeidienst aufgenommen werden. Aufgrund einer Verordnung, die aus den 50er-Jahren stammt, wurden vielfach Bewerberinnen wegen ihrer zu geringen Körpergröße abgewiesen: In Wien wurden 2010 98 Frauen in den Exekutivdienst aufgenommen, 53 Frauen wurden aber aufgrund ihrer Körpergröße abgelehnt. "Diese Angaben des Innenministeriums belegen, dass eine große Anzahl von Bewerberinnen keine Chance hatte, ihre Fähigkeiten darzustellen. Dadurch entgehen der Polizei kompetente Mitarbeiterinnen", meint Schittenhelm.
"Als Sprecher für behinderte Menschen bin ich für Diskriminierungen und Benachteiligungen besonders sensibel. Beim Bewerbungsverfahren zum Polizeidienst gibt es derzeit bei Frauen gegenüber Männern keine Chancengleichheit: Als Richtlinie wird eine Mindestkörpergröße festgelegt, die sich nach der durchschnittlichen Körpergröße der österreichischen Frauen und Männer richtet. Österreichische Männer haben eine durchschnittliche Körpergröße von 178 Zentimeter, müssen für den Polizeidienst eine Körpergröße von 168 Zentimeter aufweisen - und dürfen damit zehn Zentimeter unter dem Durchschnitt liegen. Österreichische Frauen haben eine durchschnittliche Körpergröße von 167 Zentimeter, sie müssen für den Polizeidienst eine Körpergröße von 163 Zentimeter aufweisen. Damit dürfen sie nur vier Zentimeter unter dem Durchschnitt liegen", sagt Huainigg.
Aufmerksam wurden die beiden Abgeordneten auf diese Situation durch eine junge und sportliche Wienerin, die sich an sie wandte: "Eine hoch motivierte Polizeianwärterin, die sicher ein großer Gewinn für die Exekutive wäre. Allerdings ist sie um 1,5 Zentimeter zu klein und wurde daher vom Bewerbungsverfahren ausgeschlossen, erklärten Huainigg und Schittenhelm, die sich daraufhin mit einer parlamentarischen Anfrage an Beamtenministerin Heinisch-Hosek wandten. Die Bundesministerin hat nun bekannt gegeben, dass mit Jänner 2012 die bisher geltenden Mindestgrößen für den Polizeidienst fallen sollen. "Wir freuen uns über eine Lösung und hoffen, dass künftig mehr Frauen den Polizeidienst verstärken", so Schittenhelm und Huainigg abschließend.





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