Fast Food: Schluss mit dem Lavieren
In hunderten zustimmenden Mails und Telefonaten unterstützen Eltern, Ärzte, Ernährungswissenschaftler und Pädagogen aus ganz Österreich den Vorstoß der steirischen Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder für klare gesundheitsfördernde Regeln in puncto Schulbuffets und die Verbannung von Junk-Food aus dem Schul-Verkauf. „Wir haben in den vergangenen Jahren genug Wissen und Papiere zum Thema ,gesunde Ernährung´ angehäuft, es ist Zeit, zu handeln, wo wir selbst Verantwortung tragen“, so Edlinger-Ploder.
Richtige Ernährung ist natürlich primär eine Aufgabe der Erziehungsberechtigten, aber dort wo Schulen oder Kindergärten durch Ganztags- und Nachmittagsbetreuung auch zunehmend Verantwortung vom Elternhaus übernehmen, muss dem Wissen durch angebotssteuernde Maßnahmen endlich zum Durchbruch verholfen werden und müssen die Eltern in ihren Bemühungen Unterstützung erhalten. „Wir müssen uns halt auch einmal Mainstream-Botschaften und Werbetäuschung widersetzen“, so die Landesrätin.
Die Steiermärkische Landesregierung hat am 23.11.2010 den Beschluss gefasst, gemeinsam mit Ernährungsexperten und der FH Joanneum – Studiengang Diätologie – eine Angebotsliste für Schulbuffets nach ernährungsmedizinischen Richtlinien zusammenzustellen und in einem weiteren Schritt politische Maßnahmen zu setzen, dass der Landesschulrat für Steiermark diese Richtlinien in seine Vergabepraxis in Bezug auf Schulbuffets übernimmt.
Der erste Teil dieses Beschlusses ist mittlerweile umgesetzt. „Styria Vitalis“ hat „Leitlinien zur gesunden Ernährung für Kinder, Schulkinder und Jugendliche“ erstellt.
„Ich werde im Jänner mit dem Landesschulrat für Steiermark die Verhandlungen aufnehmen, wo wir gemeinsam ausloten, wie diese Leitlinien auch umgesetzt werden können“, so Edlinger-Ploder.
Es geht darum, dass Schulbuffets künftig bei Vertragsabschluss mit der Schule, die von Experten erarbeiteten Richtlinien anerkennen und ihr Sortiment darauf abstimmen müssen. Die „Schulautonomie“ darf nicht dazu führen, dass das Angebot des Schulbuffets durch das Aufstellen von einschlägigen Getränke- und Nahrungsmittelautomaten unterlaufen wird.
Es sei ihr nicht unrecht, dass die derzeitige Diskussion unter dem reißerischen Titel „Fast-Food-Verbot“ an Schulen laufe, weil dadurch erst die breite Aufmerksamkeit erregt wurde, meinte Edlinger-Ploder. Ihr gehe es aber nicht um ein Produktverbot, sondern um eine Angebotssteuerung auf Basis von Nahrungsmittelqualität und Inhaltsstoffen. „Ich kann und will nicht die Jausenboxen der Schüler kontrollieren, aber ich will, dass in den Schulen nur das gekauft werden kann, was zuvor im Unterricht und Ernährungsprojekten als gesund und sinnvoll gelehrt werde“, meint die Gesundheitslandesrätin. „Die Eigenverantwortung und Autonomie der Einzelnen bleibt aufrecht, was er isst und wo er seine Jause kauft.“
Sie werde daher neben den Gesprächen mit dem Landesschulrat auch den Kontakt mit der Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer suchen, da sich durch regionale und saisonale Produkte zusätzliche Chancen ergeben und die landeseigene Wertschöpfung sogar erhöht würde.
Der ständige Verweis auf die „Bewusstseinsbildung als Allheilmittel“ kann als gescheitert betrachtet werden, wenn man die Entwicklungen der letzten Jahre analysiert.
„Selbstverständlich werden wir bewusstseinsbildende Maßnahmen und Projekte als Langzeitschiene fortführen und weiter darin investieren. Ich möchte jetzt aber, dass den enormen Geldflüssen auch Taten und messbare Erfolge gegenüberstehen. Wir sollten nicht immer darauf abzielen, was andere tun können, sondern das Heft des Handelns und Entscheidens selbst in die Hand nehmen,“ so Edlinger-Ploder abschließend.





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