Optimierung von Schulstandorten in der Steiermark
Die Steiermärkische Landesregierung präsentierte im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Pläne zur Optimierung der steirischen Schulstandorte im Rahmen der Bildungsreform. Insgesamt werden 36 einklassige Pflichtschulen aufgrund sinkender Schülerzahlen (weniger als 20) geschlossen. Auch die land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen werden neu geordnet und konzentriert. Die dadurch freiwerden 1000 Lehrstunden pro Woche werden für die qualitative Verbesserung des Unterrichts genutzt. "Im Vordergrund steht die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler", betont LH-Vize Hermann Schützenhöfer. Wirtschaftliche Gedanken standen bei der Neustrukturierung der Schulstandorte hingegen im Hintergrund. Ziel der Reform ist eine weitere Verbesserung des Unterrichts. Bei der Bildung wird nicht gespart.
Der vorliegende erste Zwischenbericht der Arbeitsgruppe zur Bildungsreform widmet sich der Optimierung von Schulstandorten im Entscheidungsbereich des Landes, also allgemeinbildenden Pflichtschulen, land-, forst- sowie ernährungswissenschaftlichen Berufs- und Fachschulen sowie Berufsschulen.
Ziel der Maßnahmen ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler in der Steiermark – unabhängig von ihrem Wohnort – Zugang zu einem umfassenden pädagogischen Angebot haben. In den letzten 30 Jahren hat sich die Schülerzahl im Pflichtschulbereich beinahe halbiert, die Zahl der Schulstandorte ist aber kaum zurückgegangen. Daher werden die Schulstandorte nun konzentriert, beim Lehrpersonal wird jedoch nicht gespart. Die freiwerdenden Lehrstunden werden stattdessen in die weitere Qualitätsverbesserung des Unterrichts investiert.
Die konkreten Maßnahmen zur Standortoptimierung umfassen die Auflassung von 36 einklassigen Volksschulen mit weniger als 20 Schülern.
Diese Maßnahme betrifft zirka 7,2 Prozent der insgesamt 495 öffentlichen Volksschulen beziehungsweise 1,1 Prozent der Volksschüler in der Steiermark (462 von insgesamt 43.357).
Weiters werden zwei Hauptschulen mit weniger als 70 Schülern sowie drei an Hauptschulen angeschlossene PTS-Klassen (Polytechnische-Schule-Klassen) mit insgesamt 31 Schülern aufgelassen.
Diese Maßnahme betrifft rund 1,2 Prozent der 171 öffentlichen Hauptschulen beziehungsweise rund 0,3 Prozent der steirischen Hauptschüler.
Die Auswahl der Standorte folgt den Empfehlungen der Expertengruppe, die neben der erforderlichen Mindestgröße auch die Schulwegszumutbarkeit, die Geburtenentwicklung, die baulichen Zustände der jeweiligen Schulstandorte sowie die Aufnahmekapazität der Schulen berücksichtigt. Diese Kriterien sollen auch künftig als Handlungsmaxime dienen.
Im Bereich der landwirtschaftlichen Schulen verfügt die Steiermark über deutlich mehr Standorte bei gleichzeitig etwas weniger Schülern als andere Bundesländer. Bereits beschlossen wurde die Neuordnung der landwirtschaftlichen Schulstruktur im Bezirk Liezen sowie die Auflösung der Standorte Stockschloss, Wagna und Übersbach mit Juli 2012. Im Rahmen der Optimierung werden zudem die drei einjährigen Fachschulen für Land- und Ernährungswirtschaft Piregg, Rein und St. Johann im Saggautal aufgelassen, die Fachschule für Obstbau Gleisdorf und die Weinbaufachschule Silberberg werden am Standort Silberberg zusammengeführt. Die Fachschule Naas wird gemäß dem Landtagsbeschluss vom Juli 2010 um- und ausgebaut.
Qualitätsverbesserung steht im Vordergrund. Bei der Bildung wird nicht gespart.
„Uns ist wichtig, dass die steirische Schullandschaft vorausschauend gestaltet wird und vor allem die Bildungsqualität im Vordergrund steht. Bei der Bildung wird nicht gespart – ganz im Gegenteil: Es werden die Ressourcen zielgerichteter und bedarfsgerecht eingesetzt, um für alle Schülerinnen und Schüler in der Steiermark Chancengerechtigkeit zu verwirklichen. Die frei werdenden Ressourcen von 1.000 Lehrerwochenstunden werden für eine bessere Förderung der Kinder investiert, damit sich Potentiale noch besser entfalten können und Schwächen bestmöglich aufgearbeitet werden. Auch bei den Reformen im Landwirtschafts- und Berufsschulwesen geht es darum, die Mittel so einzusetzen, dass höchstmögliche Qualitätsstandards verwirklicht werden und unsere Jugend bestmöglich auf die immer größer werdenden Anforderungen des Arbeitslebens vorbereitet wird", erklären die verantwortlichen Mitglieder der Landesregierung.
Entwicklung der Schülerinnen und Schüler steht im Mittelpunkt!
„Im Mittelpunkt der Beratung stand nicht die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen, sondern die Frage, was dem Kind und seiner Entwicklung am meisten nützt. Wenn man weiß, dass wir 1970 in der Steiermark rund 19.000 Geburten hatten und es heute nur mehr 10.400 sind, dann kann man ganz klar erkennen, dass Handlungsbedarf bestand. Angesichts der Entwicklung der Schülerzahlen ist eine Strukturbereinigung im Bereich der Kleinstschulen notwendig. Im Vordergrund steht, dass allen Kindern in der Steiermark eine umfassende pädagogische Ausbildung und Förderung zuteil wird und keine Lehrerin/kein Lehrer seinen Arbeitsplatz verliert", ergänzt LH-Vize Hermann Schützenhöfer.
Hohes Ausbildungsniveau in Fachschulen langfristig sicherstellen
Landesrat Johann Seitinger: „Der entscheidende Punkt der steirischen Reformpolitik im landwirtschaftlichen Schulbereich ist der, dass das hohe Ausbildungsniveau langfristig und nachhaltig sichergestellt bleibt. Die hohe Bildungsqualität ist Garant dafür, dass die junge bäuerliche Bevölkerung für große Herausforderungen entsprechend gerüstet ist und ihre landwirtschaftlichen Betriebe auch in Zukunft erfolgreich führen kann."
Weitere Details finden Sie in den beigefügten Unterlagen zum Download:
- Presseunterlage (pdf)
- Maßnahmen (pdf)





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