Pilotprojekt „Retourmöbel Steiermark“
Das vom Lebensressort initiierte Projekt verfolgt das Ziel, gebrauchte Möbel von KundInnen des Möbelhandels einer zweiten Nutzungsphase zuzuführen, indem diese Waren von sozialen Integrationsunternehmen (SIUs) erneut zum Verkauf in deren Shops zu sozial fairen Preisen vorbereitet werden. Damit sollen Ressourcen geschont, Abfälle vermieden, Arbeitsplätze geschaffen, Armut verringert und regionale Wertschöpfung erhalten werden. Am 13.03.2012 unterzeichneten als Projektpartner die Möbelhäuser KIKA & LEINER, soziale Integrations-Unternehmen gemeinsam mit dem Land Steiermark eine Kooperationsvereinbarung und bekundeten damit die Teilnahme an einem Pilotprojekt für die Dauer eines Jahres.
Die Kooperationspartner v.l.n.r.: Mag. Christian Wolf (SIUs), Paul Koch (MBA; Gf kika/Leiner), Präsident Franz Küberl (Caritas), Landesrat Johann Seitinger, HR DI Dr. Wilhelm Himmel (Lebensressort)
Die Verknappung von Ressourcen sowie durch den Verbrauch auftretende negative Auswirkungen auf die Umwelt erfordern eine nachhaltige Nutzung dieser Ressourcen sowie die Entkoppelung des Wirtschaftswachstums von der Ressourcennutzung und der daraus resultierenden Umweltschädigung. Die Abfallwirtschaft strebt eine funktionierende Kreislaufwirtschaft an, welche zum Ziel hat, Abfälle als Ressourcen zu nutzen und auch die Vermeidung von Abfällen mit einschließt. Gemäß EU-Abfallrahmenrichtlinie ist Abfallvermeidung quantitativ und qualitativ zu sehen. Unter „Abfallvermeidung“ sind daher alle Maßnahmen zu verstehen, die ergriffen werden, bevor ein Produkt zu Abfall geworden ist. Wiederverwendung und/oder Weiterverwendung von Produkten bewirken durch Verlängerung der Lebensdauer eine Reduktion der anfallenden Abfälle.
Wie aus der Studie „Re-Use Steiermark“ (2010) des Ökologieinstitutes hervorgeht, belaufen sich die für die Steiermark prognostizierten Mengen an wiederverwendbaren Gebrauchtwaren aus den Abfallströmen Altmöbeln, Elektroaltgeräte und Alttextilien auf etwa 4.000 Tonnen pro Jahr.
Gebrauchte Möbel werden im Zuge der Rückgabe und Lagerung bzw. Zwischenlagerung leider allzu oft unsachgemäß behandelt, sodass sich eine weitere Bearbeitung für den Wiederverkauf nicht lohnt, oder eine Wiederverwendung grundsätzlich nicht mehr möglich ist. In den Shops von SIUs könnten derzeit weit mehr Waren umgesetzt werden, als an brauchbarer Rohware für die Vorbereitung zur Weiterverwendung bzw. -verkauf erhältlich ist.
Um die aktuelle Situation allgemein und die Möglichkeiten der Warenbeschaffung für die SIUs in der Steiermark zu verbessern, hat die Fachabteilung 19D – Abfall- und Stoffflusswirtschaft des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung gemeinsam mit den sozialen Integrationsunternehmen (SIUs) und den Möbelhäusern KIKA & LEINER ein Pilotprojekt für Kooperation über ein Jahr ausgearbeitet. Im Rahmen dieses Projektes sollen wirtschaftliche Logistiklösungen zur Rückführung und Reparatur von gebrauchten Möbeln von Kundinnen und Kunden die im Zuge des Neukaufs von Möbeln entwickelt und erprobt werden.
Landesrat Johann Seitinger:
Möbel, die dem einen nicht mehr ins Wohnkonzept passen, sind für den anderen oft eine willkommene und perfekte Ergänzung seiner Einrichtung! Nicht selten werden voll funktionstüchtige und noch sehr schöne Möbelstücke zu „Abfall“, weil sie einfach nicht mehr gefallen, oder nicht mehr in den Raum passen…
Das war uns Anlass, im Sinne der Nachhaltigkeit mit den Möbelhäusern KIKA und LEINER sowie sozialen Integrationsunternehmen eine „Retourmöbel-Partnerschaft“ ins Leben zu rufen und so einen wichtigen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu leisten.
Die Retourmöbel-Partnerschaft wird auch ein integrativer Bestandteil des steirischen „Re-Use-Netzwerkes“ sein. Bis 2015 wollen wir in jeder steirischen RegioNext-Region zumindest einen sozialökonomisch geführten Re-Use Shop für den Handel mit gebrauchten/reparierten Gütern einrichten.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Netzwerkbildung und die Kooperation zwischen Altstoffsammelzentren bzw. Abfallwirtschaftsverbänden (AWV) und im Re-Use Bereich tätigen sozialen Integrationsunternehmen. „Aus alt mach neu“ wird so vom Schlagwort zur gelebten Realität.





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