Das Wölzertal – ein Jahr nach der Katastrophe: „Lasst uns eine Linde pflanzen!“
Am 7. Juli 2011 richtete ein schweres Hagelgewitter mit Hochwasser verheerende Schäden in den Gemeinden Oberwölz Stadt, Oberwölz-Umgebung, Winklern bei Oberwölz und Niederwölz an. Einige Siedlungsbereiche waren nicht mehr erreichbar. Das Wölzertal wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Acht Personen wurden aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet. 100 Wohnobjekte wurden überflutet, drei Sägewerksbetriebe verwüstet, mehrere gewerbliche und landwirtschaftliche Betriebe massiv geschädigt, Brücken und Stege weggerissen, Verkehrswege vermurt und eine Bahnlinie unterbrochen. Zusätzlich brach die Infrastruktur von Strom, Wasser und Abwasser zusammen.
Soforthilfe nach der Katastrophe
Die Zusammenarbeit aller Dienststellen, Gebietskörperschaften und Organisationen bei der Bewältigung der Hochwasserkatastrophe im Wölzertal hat vorbildlich funktioniert. Zur Bewältigung der Katastrophe kamen u.a. Feuerwehren mit ca. 1300 Mann aus der gesamten Steiermark. Ein Pioniertrupp des Bundesheeres war mit 180 Mann 19 Tage im Einsatz. Die Kosten für die Soforthilfemaßnahmen beliefen sich auf rund 3,3 Millionen Euro, mehr als 30.000 Einsatzstunden waren notwendig, um die Infrastruktur in den betroffenen Gemeinden wieder herzustellen. Eine der ersten Arbeiten war die provisorische Herstellung der Trinkwasserversorgung für einen Ortsteil – unter anderem für das Seniorenwohnheim von Oberwölz Stadt. Seitens der Katastrophenschutzabteilung wurden in der Bundeswasserbauverwaltung rund 1,2 Mio. € zu 100 Prozent vom Land getragen. Nach 73 Tagen konnte mit 16. September 2011 die Erklärung zum Katastrophengebiet wieder aufgehoben werden.
Ein Jahr danach…
„Ein Jahr nach der Katastrophe haben wir allen Grund, positiv in die Zukunft zu blicken“, zieht Landesrat Johann Seitinger Bilanz. Im Bereich der Bundeswasserbauverwaltung konnten die Sanierungsarbeiten am Eselsbergbach, Schöttlbach sowie am Wölzerbach im Frühjahr 2012 abgeschlossen werden. Im Zuge dieser Arbeiten wurden nicht nur die massiven Anlandungen entfernt, sondern auch die Abflussprofile der Flüsse soweit als möglich vergrößert, sodass nun ca. 100 Objekte sicherer sind als vor dem Hochwasserereignis.
Detailprojekte
Hauptschwerpunkte der Bundeswasserbauverwaltung waren und sind die Sanierungsarbeiten am Schöttlbach, Eselsbergbach und am Wölzerbach sowie Baumaßnahmen in der „Unteren Schüttsiedlung“ in Oberwölz, das Projekt Wölzerbach in der Gemeinde Niederwölz und ein Projekt am Eselsbergbach in Winklern bei Oberwölz.
Hochwasserdokumentation
Gemeinsam mit der Wildbach- und Lawinenverbauung wurde eine Hochwasserdokumentation erstellt und die BOKU Wien mit der Analyse zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des außergewöhnlichen Ereignisses beauftragt.
Eine Linde als Zukunftssymbol
Mit der Bepflanzung des Schöttlbach-Ufers gemeinsam mit Schülern will der Landesrat ein Zeichen setzen: Eine Linde soll Symbol für Neubeginn, Hoffnung und Zukunft sein.
„Die Bedeutung der Hochwasserschutzmaßnahmen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, da sich die Naturkatastrophen nicht nur in ihrer zeitlichen Abfolge, sondern auch in ihrer Intensität negativ verdichtet haben. Der Schutz der Menschen, des Wohnraumes und ihrer Besitzgüter haben daher höchste Priorität“, betont Landesrat Johann Seitinger. Weiters bedankt er sich für die gute Zusammenarbeit mit der Wildbach- und Lawinenverbauung. Die Beiträge des Landes zur Wildbach- und Lawinenverbauung betrugen rund 2 Millionen Euro.
„Bauliche Maßnahmen sind neben technischen Warnsystemen, einer restriktiveren Raumordnung, Klimaschutzmaßnahmen und ständiger Bewusstseinsbildung ein wichtiger Teil des Hochwasserschutzes. Dennoch sind all diese Maßnahmen keine Vollkaskoversicherung, sondern lediglich ein maximal möglicher Schutz nach menschlichem Ermessen“, so Seitinger.





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